Nativ kaltgepresste Speiseöle aus handwerklicher Herstellung

Nativ kaltgepresste Öle herstellen – Handwerk & Qualität in der Ölmühle Garting

Bei unseren nativen Ölen möchten wir möglichst viel vom ursprünglichen Charakter der Saat erhalten. Deshalb achten wir während des Pressens besonders auf eine schonende Verarbeitung:

Kaltpressung – die Temperatur des austretenden Öls bleibt unter 40 °C
Keine Raffination – keine Desodorierung oder chemische Raffination
Natürlicher Geschmack – sortentypische Aroma- und Duftstoffe bleiben erhalten
Handwerkliche Herstellung – von der Auswahl und Reinigung der Saat bis zur Abfüllung
Regionale Rohstoffe, wo möglich – viele unserer Saaten beziehen wir aus Bayern und der näheren Umgebung

So entstehen native Speiseöle, bei denen nicht maximale industrielle Verarbeitung im Mittelpunkt steht, sondern die möglichst schonende Verarbeitung der jeweiligen Saat zum fertigen Öl. Gleichzeitig endet unsere Wertschöpfung nicht beim Öl: Beim Pressen entstehen aus der Saat Öl und Presskuchen. Auch der Presskuchen ist für uns ein wertvoller Rohstoff und wird je nach Saat direkt als Presskuchen genutzt oder zu Mehl bzw. Protein weiterverarbeitet. So entsteht eine möglichst sinnvolle Wertschöpfungskette: von der Saat über die Pressung bis zur Nutzung beider Bestandteile.

Warum wir unsere Speiseöle bewusst kaltpressen – und was sie von raffinierten Ölen unterscheidet

Zwischen einem kaltgepressten und einem raffinierten Speiseöl liegt ein grundlegender Unterschied: der Grad der Verarbeitung. Raffinierte Öle durchlaufen mehrere Prozessschritte wie Entschleimung, Entsäuerung, Bleichung und Desodorierung. Dabei werden Fettbegleitstoffe, freie Fettsäuren sowie Farb-, Geruchs- und Geschmacksstoffe entfernt oder verändert. Bei der Desodorierung wird das Öl unter Vakuum mit Wasserdampf hohen Temperaturen ausgesetzt.

Diese intensive Verarbeitung verändert das ursprüngliche Öl deutlich: Natürliche Fettbegleitstoffe gehen teilweise verloren, charakteristische Aromen und Gerüche werden entfernt und hitzeempfindliche Bestandteile können abgebaut werden. Das fertige Öl lässt dadurch weniger von den Eigenschaften des ursprünglichen Rohstoffs erkennen.

Genau deshalb gehen wir einen anderen Weg. Unsere nativen Speiseöle werden mechanisch kaltgepresst und nicht raffiniert. Die Temperatur des austretenden Öls bleibt dabei unter 40 °C. Das erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl, denn Saat, Ölgehalt, Feuchtigkeit und Umgebungsbedingungen beeinflussen den Pressvorgang.

Unser Ziel ist nicht ein möglichst stark verarbeitetes und vereinheitlichtes Öl. Wir möchten hochwertige Saaten so schonend und so wenig wie nötig verarbeiten und ihren charakteristischen Geschmack sowie möglichst viele natürliche Fettbegleitstoffe erhalten.

So entstehen unsere kaltgepressten Öle

Das Herzstück ist unsere Schneckenpresse. Hier entscheidet sich, wie schonend aus der jeweiligen Saat Öl gewonnen wird. Da sich Ölsaaten in Größe, Feuchtigkeit und Ölgehalt unterscheiden, müssen Presseneinstellung und Verarbeitung an den jeweiligen Rohstoff angepasst werden. Im Folgenden zeigen wir Schritt für Schritt, wie aus der Saat unser nativ kaltgepresstes Speiseöl entsteht – und was dafür bei uns in der Ölmühle alles passiert.

1. Auswahl des Saatguts

Wir verarbeiten Saatgut und Nüsse vom eigenen Hof oder kaufen aus der Region zu. Im Gegensatz zu Großproduzenten können wir so Ölsaaten und -nüsse vor der Ölgewinnung visuell und geschmacklich persönlich überprüfen. Gerne arbeiten wir schon vor der Ansaat mit den Landwirten zusammen. So haben wir im Blick, wie der Samen hergestellt wird und können dem Landwirt beratend, beim zum Teil ökologischen Anbau, zur Seite stehen.

2. Anlieferung des Saatguts

Die Ernte wird auf dem Hof der Ölmühle Garting in einer Halle zwischengelagert. Die Saat wird bereits vor der Lieferung gereinigt. Falls jedoch Verschmutzungen festgestellt werden sollten, wird die Ernte in unserer eigenen Reinigungs-maschine erneut gesäubert.
Unser Ziel: Wir wollen Verunreinigungen durch zu viele Zwischenschritte verhindern. Denn nur erstklassiges, sauberes Material ergibt hochwertiges, natives Speiseöl.

3. Der Pressvorgang

Wir nutzen in der Ölmühle Garting für die handwerkliche Herstellung unserer nativen Speiseöle eine so genannte Schneckenpresse. Deren Funktionsprinzip ist genial einfach: Die konische Schneckenwelle erfasst an ihrer dünnsten Stelle das Pressgut und befördert es in Längsrichtung durch den Seiherkorb. Da sich die Schnecke verdickt, wird ein immer größerer Druck auf die Ölsaat ausgeübt, und das Öl wird aus den Samen gedrückt.

Wir stellen unser kaltgepresstes Speiseöl bei normalen Raumtemperaturen her. Weder das Saatgut noch die Presse werden vorgewärmt. Die Ölsaat erwärmt sich nur durch Reibung und Druck. Hier ist das Fingerspitzengefühl unseres Müllers gefragt: Der Pressdruck ist niedrig zu halten, weil sonst zu hohe Temperaturen entstehen und die wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitamine, Mineralstoffe und Geschmacksstoffe verloren gehen. Die Temperatur bleibt während unserer Verarbeitung bei circa 40 Grad.

Am Ende des Seiherkorbes wird der Presskuchen ausgestoßen. Dieses Funktionsprinzip ermöglicht uns eine kontinuierliche Verarbeitung. Vorne laufen die Samen in die Presse hinein, unten fließt das Öl ab und am Ende wird der Presskuchen aus der Presse gedrückt.

Dieser Presskuchen bietet uns als Nebenprodukt der Ölerzeugung wunderbare Mehle, oder feinste Proteine.

4. Natürliches Absetzen statt Filtrierung

Die Ölmühle Garting produziert kaltgepresstes Speiseöl, das möglichst naturbelassen ist. Darum lassen wir das gewonnene Öl nach der Pressung sich nur noch absetzen, um die Schwebstoffe zu entnehmen. Auf dem Bild ist gut zu erkennen, wie sich das Öl innerhalb weniger Tage "von selbst" filtert (links: frisch gepresst - rechts: 10 Tage abgesetzt). Wir verzichten auf Filterhilfsmittel genauso wie auf Bleichstoffe oder Geschmacksverstärker.

5. Sorgfältige Abfüllung

Auch das ist handwerkliche Herstellung: Wir füllen unsere Speiseöle sorgfältig von Hand, mit Hilfe einer halbautomatischen Abfüllanlage, ab: Jede Flasche wird einzeln hineingegeben und herausgenommen, verschlossen und etikettiert. Zur besseren Haltbarkeit der Öle verwenden wir dunkle Flaschen oder Kanister.

6. Lagerung

Um höchste Qualität gewährleisten zu können, arbeitet die Ölmühle Garting wegen der Frische in kleinen Chargen. Darum kann ein Produkt auch einmal kurzfristig nicht verfügbar sein. Dabei ist es wichtig, dass die Öle vor direktem Sonnenlicht geschützt sind und die Umgebungstemperatur gleichmäßig ist.

Sie möchten mehr erfahren? Über Inhaltsstoffe, Wirkweisen und Verwendung? Unsere Broschüre gibt Ihnen darüber Auskunft.

So lagern Sie unser Kaltgepresstes richtig...

Um den kostbaren Inhalt zu schützen, füllt die Ölmühle Garting ihre exklusiven Speiseöle in dunkle Flaschen oder Kanister ab. Diese sollten Sie aber dennoch nicht dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Am besten lagern Sie unser kaltgepresstes Speiseöl bei Raumtemperatur oder im Küchenschrank. Leinöl gehört zu den empfindlichsten Ölen und gehört nach Anbruch auf jeden Fall in den Kühlschrank.

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